Präimplantationsdiagnostik (PID)

Änderung der Bundesverfassung und des Fortpflanzungsmedizingesetzes – Abstimmung: 14.6.2015

GESAMTURTEIL: So sehr ich auch den einzelnen Betroffenen ein Mutter- und Vaterglück gönnen mag, schreckt mich doch der eingeschlagene Weg hin zur Gewalt- und Zuchtzeugung erheblich ab. Darum ein rationales NEIN aus Abwägung und ein NEIN aus innerstem Instinkt.

DIE VORLAGE: Der Bundesverfassungsartikel kommt ganz unschuldig daher und wie immer gibt sich der Staat überhaupt keine Mühe um fett anzustreichen, welcher Teil des Satzes neu zugefügt, und welcher Teil des Satzes ersetzt wurde. – Im Zentrum der Änderung ist die maximale Zahl der Eizellen, die ausserhalb des Körpers der Frau entwickelt werden dürfen: „nur soviel“:

  • NEU: „ …als für die medizinische unterstützte Fortpflanzung notwendig sind“. (Bundesrat und Räte einigten sich zur Zeit auf 12)
  • BISHER: „…als ihr sofort eingepflanzt werden können“.

Ein unscheinbarer aber doch gigantischer Unterschied, welcher längerfristig den Weg ebnet für die Selektion von Wunderkindern sowie die Ei- und Embryospenden, welche in anderen Ländern bereits Gang und Gäbe sind.

Wollen wir das? Die einzelnen Aspekte sind tiefer durchzudenken:

ÖKOLOGIE: Warum werden immer mehr Menschen unfruchtbar? Warum gibt es immer mehr Missbildungen und Gendefekte? Was läuft falsch mit der Umwelt und Gesellschaft? Statt Missstände zu beheben wird – immer besessener – lediglich an den Symptomen herumgeschustert.

KIND: Jedes Kind hat ein naturgegebenes Recht auf biologische Eltern. Natürlich gibt es Fremdeltern, die liebevoller und geschickter die Mutterrolle erfüllen als die biologische Mutter es vielleicht tun würde, aber ist dies die Regel? Wohl kaum. Es ist eine Frage der Zeit, und die Rechte des Kindes auf biologische Eltern werden vergessen.

BIG BUSINESS: Fortpflanzungstechniken werden nicht ehrenamtlich aus Menschenliebe entwickelt, sondern aus einem grossen Hunger nach Gewinnen. Es besteht deshalb ein gewaltiges Interesse daran, alles zu unternehmen, das natürliche Fruchtbarkeit zerstört und nichts zu unternehmen, was natürliche Fruchtbarkeit erhält und fördert. Druck wird zudem aufgebaut in Richtung „das perfekte Kind“. Die Fortpflanzungstechniken bieten die Lösungen. Im Untergrund werden ohnehin die Embryonen von Promis und Superintelligenten Höchstpreise erzielen. Soll man solche Entwicklungen auch noch ganzgesellschaftlich sprich staatlich absegnen, nur weil sich nicht alles verhindern lässt was unvernünftig oder verwerflich ist? Wohl kaum.

PHILOSOPHIE: Der Mensch nimmt sich zu viel mit Gewalt und vergeht sich laufend an der Natur. Fluch oder Segen? Meiner Meinung sollte mehr Einklang mit der Natur gesucht statt ständig ein Arbeiten gegen die Natur betrieben werden.

DER KEINERE SCHADEN? Befürworter der PID meinen, dass Embryonenselektion humaner sei als eine Abtreibung. Doch wer sagt denn, dass die Frau auch tatsächlich abtreiben würde, wenn das Wunder der Schwangerschaft sich nach langem beschwerlichem Weg endlich eingestellt hätte? – Wer sagt, dass die Embryoselektion „die gute Wahl“ eines „lebenswürdigen“ Menschen treffe? Manchmal trifft Zufall und Biologie die besseren Entscheidungen als der sehr eingeschränkte Blick des Menschen. Auch darum sind die künstlichen Eingriffe der schlechtere Weg.

RISIKO – NEGATIVE SPÄTFOLGEN: „Kranke und Gebrechliche“ werden noch mehr stigmatisiert in dieser Welt, in der zunehmend nur Gesundheit, Erfolg, Spass, oberflächliche Schönheit und Konkurrenzkampf Platz an der Sonne haben. Real: Leistungs-Kürzungen (man hätte ja PID machen können) etc.etc.

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